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16.11.2006, 08:12 Uhr | Haller Kreisblatt vom 16. 11. 2006
Als Egbert von Oldendorf Seelsorger war
Hans Otto Busch referierte bei der Senioren-Union über die Gründung der Pfarrei Steinhagen im 14. Jahrhundert

■ Steinhagen (clam). Der Gang über den Teuto nach Dornberg – für die Steinhagener des 14. Jahrhunderts wurde er irgendwann zu beschwerlich. Die Bevölkerung wollte nicht mehr dem Pastor auf der anderen Seite des Berges lauschen, sondern vor Ort eine eigene Pfarrei haben. Wie diese entstand, erzählte Hans Otto Busch gestern auf Einladung der Senioren-Union im Heimathaus.
Zeitreise ins Mittelalter: Hans Otto Busch brachte den Zuhörern im Heimathaus Steinhagener Frühgeschichte nahe. Foto: C. Meyer
Der Fußmarsch nach Dornberg war das eine – die Pest das andere. Die Angst vor dem schwarzen Tod heizte die Frömmigkeit im 14. Jahrhundert an und die mag den Wunsch nach einer eigenen Pfarrei verstärkt haben.
Die Abspaltung von Dornberg war damals gar nicht so einfach. Interessen der weltlichen Mächte (Graf Bernhard von Ravensberg) und der geistlichen (Äbtissin Luitgard II. von Herford) mussten unter einen Hut gebracht werden. Bernhard war mit der sog. Abpfarrung betraut. Im Jahre 1334 wurde diese Wirklichkeit. Wirtschaftliche Probleme, da waren sich Bernhard und Luitgard einig, werde die neue Pfarrei nicht haben.
Eine eigene Pfarrei braucht auch eine eigene Kirche. Bis dahin gab es nur eine kleine Marienkapelle, vermutlich südwestlich der heutigen Dorfkirche. Der Bau der Dorfkirche muss vor 1346 begonnen haben. Grund: In diesem Jahr starb Graf Bernhard als letzter Ravensberger. Über dem Portal der Kirche befinden sich aber noch zwei Ravensberger Wappen.
Umsonst bekamen die Steinhagener ihre sakrale Eigenständigkeit nicht. Der Dornberger Pfarrer, der bis dahin die Messe gelesen hatte, war mit vier Mark und vier Schillingen jährlich abzufinden. Zahlen mußte das der neue „Kollege“ aus Steinhagen. Erster Seelsorger in Steinhagen war Egbert von Oldendorf.
Die Entstehung der Pfarrei im 14. Jahrhundert war nich das einzige Thema, über das Hans Otto Busch referierte. Er präsentierte den Zuhörern auch das „Nonplusultra“ der Steinhagener Frühgeschichte. Die Urkunde des Paderborner Domkapitels vom 2. August 1258 erwähnt den Namen Steinhagen erstmals. Busch: „Alles, was wir 2008 zur 750-Jahr-Feier tun, bezieht sich auf diese Urkunde.“
aktualisiert von Team Steinhagen, 21.06.2007, 22:26 Uhr